William Wilberforce: Kämpfer für die Freiheit

Denkt man an große Gestalten der Geschichte an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, so kommen einem wahrscheinlich Napoleon, Washington oder Metternich in den Sinn, vielleicht auch Robespierre und Nelson. Kaum einer aber würde an William Wilberforce denken. Dabei sollte dieser Mann den Lauf der Geschichte verändern und weit mehr für Freiheit und Menschlichkeit tun als irgendeiner seiner obenstehenden Zeitgenossen.

Im Jahr 1759 in einer privilegierten Familie aus Yorkshire geboren war Wilberforce ein charmanter und begabter junger Mann, der einer vielversprechenden politischen Karriere in den höchsten Kreisen entgegensehen konnte.

In seinen späten Zwanzigern kam er allerdings in die Gesellschaft einer ganz anderen Art von Leuten als die, mit denen er gewöhnlich Umgang pflegte. Er begann, sich anzufreunden mit der Gesellschaft, vor allem aber mit den Ideen von evangelikalen Sonderlingen und Quäker-Querköpfen.

Nicht gerade die vielversprechendsten Mitstreiter, aber – so empfand er – endlich einmal Menschen, die von etwas überzeugt waren. Diese Leute sollten ihm im Laufe der Zeit Ideen in den Kopf setzen, die aus heutiger Sicht etwas sonderbar erscheinen: So setzte er sich zum Beispiel ein für Gesetze gegen exzessiven Alkoholkonsum, Pornographie oder Sonntagszeitungen. Auf der anderen Seite trat er aber auch gegen die Todesstrafe ein und gründete die „Gesellschaft zur Verhinderung von Tierquälerei“. All dies aber ist unbedeutend verglichen mit dem bahnbrechenden Wandel, den er für die Menschheit herbeiführte.

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Bitte mehr Prinzipien!

Um es ganz deutlich vorneweg zu sagen: nicht der Liberalismus hat am 22. September eine krachende Niederlage erlitten, sondern eine Partei, die beansprucht, den Liberalismus zu vertreten. Warum ist die FDP 2009 triumphal in den Bundestag eingezogen und 2013 gnadenlos hinauskomplimentiert worden? In den vier Jahren Regierung ist sie zu einer verwechselbaren Partei geworden. Bei ordnungspolitisch mindestens stark umstrittenen Projekten wie der Euro-Rettung und der Energiewende hat sie ebenso wenig liberales Profil gezeigt wie bei rechtsstaatlich problematischen Fällen wie der Entmachtung der Parlamente durch den ESM und der NSA-Affäre. Sie hat ihr Profil verloren. Da sie den Anspruch erhoben hat, eine liberale Partei zu sein, kann das nichts anderes heißen als: sie hat den Liberalismus – zumindest aus den Augen – verloren.

Wie kam es dazu? Das Gewähltwerden trat in den Vordergrund, inhaltliche Positionierungen in den Hintergrund. Zunächst wollte man das phänomenale Wahlergebnis noch maximieren und wie eine Volkspartei inhaltlich beliebiger werden. Als dann die ersten Umfragen und Wahlen den Misserfolg dieser Strategie aufzeigten, blieb man auf der inhaltlichen Schmalspur. Diesmal jedoch nicht aus der Gier, neue Wähler zu gewinnen, sondern aus der Furcht, alte zu vergraulen.Weiterlesen »

Ein Problem des Liberalismus ist vielleicht, dass es die FDP gibt

„Ein Problem des Liberalismus ist vielleicht, dass es die FDP gibt. Parteien und Politiker haben immer auch weitere Interessen als nur Prinzipien. Es heißt: Um erfolgreich zu sein, müssen wir vielleicht auch mal ein bisschen weicher mit unseren Prinzipien umgehen. Vielleicht besteht darin das größte Problem einer Partei, die insgesamt 42 Jahre mitregiert hat: Sie ist zu pragmatisch geworden. Wenn wir etwas von den Grünen lernen können, dann ist es doch dies: Wie wir Prinzipienreiter einbinden, ihnen Raum geben, sie tolerieren und uns hin und wieder auch von ihnen inspirieren lassen.“

Dieses und weitere statements des Autors finden sich in der Aufzeichnung eines Gesprächs zur Zukunft des Liberalismus mit Dr. Karen Horn, Michael Theurer, Dr. Christopher Gohl, Prof. Tim Krieger und Sascha Fiek. Auch einige kurze Video-Statements wurden im Rahmen des Treffens aufgezeichnet. Das Gespräch wurde geleitet von Redakteuren der Zeitschrift Capital und erschien in deren erster Ausgabe 2014.

Immer eigentümlicher – Wandlungen einer Zeitschrift

Klassischer Liberalismus, Konsequenter Liberalismus, Libertarismus haben es schwer in einer Umgebung, die von den 68ern und deren Affinität zu Staat und Sozialingenieurswesen geprägt ist. Marginalisierung führt häufig dazu, dass sich diejenigen zusammentun, die darunter zu leiden haben, auch wenn sie nicht die gleichen Ziele teilen. Die Zeitschrift „eigentümlich frei“ schließt solche Allianzen immer fester. Man begibt sich vor allem mit den „politisch Unkorrekten“ in ein Boot – mit Unzufriedenen, Nörglern, mithin eingefleischten Konservativen.

Beispiele aus jüngster Zeit: Michael Klonovsky verbreitet Stereotypen, die einem definitionsgemäß antikollektivistischen Liberalen ein Graus sein sollten: „Ein schwarzer Schüler mit offensichtlichen Schwierigkeiten, seine Hormone unter Kontrolle zu halten, habe eine ‚bildhübsche‘ Russin so beharrlich und übergriffig angemacht, dass die moskowitische Maid ihm schließlich vor der gesamten Klasse schwungvoll in die Eier trat.“ Und Akif Pirincci macht sich mit unsäglicher Wortwahl über eine (wohlgemerkt nicht staatliche, sondern private!) Aktion gegen Homophobie lustig. Um zu verstehen, was das von ihm lächerlich gemachte Zeichen der Solidarität mit Homosexuellen bedeuten kann, sollte er sich mal das Video von Prison Break-Star Wentworth Miller anschauen, in dem dieser von seinen Selbstmordabsichten berichtet.

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Es lebe der individuelle Liberalismus!

Der FDP-Parteitag hat sich entschieden: Es gibt ein „weiter so“ … Die Ergebnisse des Parteitags spiegeln die tiefsitzende Neigung wieder, Funktionspartei zu sein. Die verantwortungsvollen Positionen wurden mit Leuten von gestern besetzt, deren inhaltliche Positionierung von merkelesker Beliebigkeit ist. Während im alten Parteivorstand noch profilierte Politiker wie Holger Zastrow und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger saßen, dürfen jetzt stromlinienförmige Politzombies Christian Lindner beim projektierten Wiederaufbau der Partei unterstützen, die eher aus Zufall in eine Partei geraten sind, die sich liberal nennt.

Um es ganz klar zu sagen: die Wahlergebnisse sind nicht zurückzuführen auf eine Verschwörung um Christian Lindner. Nein, der Parteitag hat sehr deutlich für diese FDP gestimmt, für die FDP des „weiter so“, für die FDP der Pöstchen statt Positionen, für die FDP, in der es „keine Flügel gibt“ (so Christian Lindner gestern in seiner Bewerbungsrede). Der Parteitag strafte die luziden und hilfreichen Parteireform-Vorschläge Götz Galubas, der sich auch für den Bundesvorsitz bewarb, mit arroganter Missachtung. Der Parteitag sprang am Ende der beiden Reden Christian Lindners von den Sitzen auf wie ein Mann und jubelperserte einem Mann zu, der sich in Habitus und Duktus kaum vom vielgeschmähten Guido Westerwelle unterschied. Dieser Parteitag wollte keine Erneuerung – dieser Parteitag wollte Nostalgie.

Mit dieser FDP ist kein Liberalismus zu machen.

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