Archiv der Kategorie: Philosophie

Wie die Suche nach dem Motiv unser Denken vernebelt

Wer sich mit Politik beschäftigt, ob professionell oder amateurhaft, spekuliert oft nur zu gerne über die Motive politischer Akteure. Die Gefahr ist groß, dass einem die Phantasie dabei durchgeht und man das eigentliche Problem und seine Lösungsmöglichkeiten aus dem Blick verliert.

Die neoliberale Weltverschwörung

Als Margaret Thatcher zwischen 1979 und 1990 Politik und Ökonomie Großbritanniens einem radikalen Wandel unterwarf und massive Reformen durchführte, da sahen die allermeisten ihrer Kritiker eine neoliberale Verschwörung am Werk.

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Liberale müssen behutsam sein

Der Liberalismus steht auf drei Säulen: Offenheit, Respekt und Demut. Friedrich A. von Hayek schreibt, dass „der liberale Standpunkt auf Mut und Zuversicht beruht, auf einer Bereitschaft, der Veränderung ihren Lauf zu lassen, auch wenn wir nicht voraussagen können, wohin sie führen wird.“ Offenheit für das Neue ist unabdingbar, wenn man sich verbessern und weiterentwickeln will. Dass die von der Freiheit ermöglichten und mit ihr einhergehenden Entwicklungen eine der besten Begründungen für die Forderung nach dieser Freiheit sind, hat Hayek in seinem Spätwerk ausführlich dargelegt, in dem er sich besonders dem Wesen kultureller Evolution widmete.

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Was Attac mit dem Manchesterliberalismus verbindet

Ein Pazifist auf einsamem Posten. Europa liegt im Kriegsfieber. Der Imperialismus nimmt gerade richtig Fahrt auf. Die europäischen Staaten sind damit beschäftigt, Kolonien unter einander aufzuteilen, und gleichzeitig nach Gründen Ausschau zu halten, um sich gegenseitig an die Kehle zu gehen. In dieser Atmosphäre verliert einer der angesehensten Männer seiner Zeit – Richard Cobden – sehenden Auges seine ganze Beliebtheit, weil er sich für Abrüstung und eine Kultur der Gewaltlosigkeit einsetzt. Wenige Jahre zuvor hatten ihm in Großbritannien die Massen zugejubelt, war er in ganz Europa zu Vorträgen unterwegs gewesen. Jetzt plötzlich spottet das ganze Land über ihn. Oder hetzt.

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Sind Parallelgesellschaft und Integration eigentlich sinnvolle Begriffe?

In der Debatte um Zuwanderung werden zwei Begriffe besonders häufig verwendet „Parallelgesellschaft“ und „Integration“. Selbst Befürworter von mehr Zuwanderung legen ihre Stirn in Falten, wenn sie auf Parallelgesellschaften zu sprechen kommen und fordern die Bereitschaft zur Integration. Aber sind diese Begriffe wirklich sinnvoll? Oder benutzen wir sie einfach nur, weil sie seit Jahren wie ein Mantra wiederholt werden? – Eine Begriffsklärung:

Parallelgesellschaft

Zunächst muss man sich fragen, was genau die Gesellschaft ist, zu der andere parallel verlaufen. Was definiert die deutsche, europäische oder westliche Gesellschaft? Welche Normen, Verhaltensweisen, Kulturen und Traditionen sind dem Westen eigen (also mehrheitlich akzeptiert), die ihn von anderen Kulturkreisen unterscheidet?

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„Der kann doch Sozialhilfe beziehen”: Wie der Staat die Menschen entsolidarisiert

Solidarität ist ein Begriff, der eine zentrale Rolle spielt im gesellschaftlichen und politischen Diskurs. Dabei bestimmt schon lange ein zentrales Missverständnis diesen Diskurs: Solidarität ist nicht etwas, das man verordnen kann. Einen „Solidaritätsbeitrag“ etwa als Steuer einzuziehen, ist schlichtweg nicht möglich. Es widerspricht zutiefst dem Wesen von Solidarität, wenn sie mit Hilfe von Zwang durchgesetzt wird. Solidarisch kann immer nur ein einzelner sein, indem er sich freiwillig dafür entscheidet. Diese echte Solidarität aber bringt im Menschen das Beste hervor.

Die meisten Menschen empfinden das Bedürfnis, anderen zu helfen. Man kann trefflich streiten, ob es sich dabei um einen geschickten Überlebenstrick unserer Gene, um eine Kulturtechnik oder um den Beweis für das Gute im Menschen handelt. Fakt ist: Wir wollen Gutes tun und wir tun es.

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