Liberalismus ist eine Haltung

Politik bietet gerne Lösungen an. In unserem demokratischen System sind Lösungen das Kapital, mit dem Politiker arbeiten, um sich ihre Wahl zu sichern. Deshalb ist das Nachdenken über politische Fragen meist geprägt von der Suche nach Lösungen. Anders als Konservative und Sozialisten haben Liberale aber keine konkreten Lösungen zu bieten.

Das erschwert das Verhältnis zwischen Politik und Liberalismus nachhaltig. Der Liberalismus kann die vom politischen Geschäft an ihn gerichteten Erwartungen nicht erfüllen, ohne sich selbst aufzugeben. Das zeigt besonders deutlich die Geschichte der FDP. Aber hier soll es nicht um die FDP gehen, sondern um den Liberalismus.
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Vielfalt statt Einfalt: Was die Wirtschaftswissenschaften brauchen

Anfang Mai machte ein internationaler Aufruf von VWL-Studenten Furore. Die „International Students Initiative for Pluralism in Economics“ beklagt eine „besorgniserregende Einseitigkeit der Lehre“ in ihrem Fach.  Man kann das „Netzwerk Plurale Ökonomik“ durchaus kritisch sehen. Allerdings: Der Aufruf trifft einen wunden Punkt.

Was wollen die Initiatoren? Sie fordern drei Formen des Pluralismus: „Theoretischen Pluralismus, methodischem Pluralismus und Interdisziplinarität.“

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The Man Who Spent His Life Sinking Slave Ships

When you think of great men in history at the turn of nineteenth century you probably think of Napoleon, Washington, and Metternich. Hardly anyone thinks of William Wilberforce. Yet, he changed the course of history and contributed to the cause of freedom more than any of his contemporaries.

Born into a privileged Yorkshire family in 1759, Wilberforce was a charming, talented young man headed for a promising political career in the highest ranks. In his late 20s, however, he came into the company of quite a different sort of people than he had been used to. Wilberforce began to enjoy the company of some Quaker misfits. Not exactly the most promising allies, perhaps, but he thought they were people of conviction.

These Quakers would eventually plant ideas in Wilberforce’s mind that may seem rather quaint today. Wilberforce, for instance, would concern himself with laws against excessive drinking, pornography, and Sunday papers. But then, he also fought against capital punishment and founded the Society for the Prevention of Cruelty to Animals. All of this, however, is trivial compared to the monumental change he brought to mankind: The abolition of slavery in the British Empire.

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William Wilberforce: Kämpfer für die Freiheit

Denkt man an große Gestalten der Geschichte an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, so kommen einem wahrscheinlich Napoleon, Washington oder Metternich in den Sinn, vielleicht auch Robespierre und Nelson. Kaum einer aber würde an William Wilberforce denken. Dabei sollte dieser Mann den Lauf der Geschichte verändern und weit mehr für Freiheit und Menschlichkeit tun als irgendeiner seiner obenstehenden Zeitgenossen.

Im Jahr 1759 in einer privilegierten Familie aus Yorkshire geboren war Wilberforce ein charmanter und begabter junger Mann, der einer vielversprechenden politischen Karriere in den höchsten Kreisen entgegensehen konnte.

In seinen späten Zwanzigern kam er allerdings in die Gesellschaft einer ganz anderen Art von Leuten als die, mit denen er gewöhnlich Umgang pflegte. Er begann, sich anzufreunden mit der Gesellschaft, vor allem aber mit den Ideen von evangelikalen Sonderlingen und Quäker-Querköpfen.

Nicht gerade die vielversprechendsten Mitstreiter, aber – so empfand er – endlich einmal Menschen, die von etwas überzeugt waren. Diese Leute sollten ihm im Laufe der Zeit Ideen in den Kopf setzen, die aus heutiger Sicht etwas sonderbar erscheinen: So setzte er sich zum Beispiel ein für Gesetze gegen exzessiven Alkoholkonsum, Pornographie oder Sonntagszeitungen. Auf der anderen Seite trat er aber auch gegen die Todesstrafe ein und gründete die „Gesellschaft zur Verhinderung von Tierquälerei“. All dies aber ist unbedeutend verglichen mit dem bahnbrechenden Wandel, den er für die Menschheit herbeiführte.

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Liberalismus und christlicher Glaube – Ein Widerspruch?

Auf Einladung der Liberalen Hochschulgruppe Mannheim hielt der Autor dieses Blogs am 15. November 2013 einen Vortrag zum Thema „Liberalismus und Christlicher Glaube – Ein Widerspruch?“

 

Bericht auf radioaktiv.

Weitere Artikel zum Thema:

Das Wichtigste ist: Die Freiheit des Menschen

Lord Acton: Vermittler zwischen Liberalismus und Christentum

Chapeau, eine Pointe!

In der „Welt“ berichtete der Journalist Richard Herzinger kürzlich von einer Veranstaltung des think tanks Wert der Freiheit zum Thema „Liberaler Aufbruch im Internet“. Dabei geht er gleich zu Beginn des Artikels auf eine Powerpoint-Folie ein, die der Verfasser am Ende seines Vortrags an die Wand projizierte. Zu sehen ist Friedrich August von Hayek sowie ein Zitat aus seinem Aufsatz „The Use of Knowledge in Society“: „Wir müssen zeigen, wie eine Lösung durch das Zusammenwirken von Menschen hervorgebracht wird, von denen jeder nur Teilkenntnisse besitzt.“ Dieses Zitat sollte verdeutlichen, dass Hayeks informationstheoretische Überlegungen – ein Herzstück seiner Philosophie – im Internet eine geniale Verwirklichung gefunden haben. Ähnlich wie der Wettbewerb der Anbieter am Markt zu einem Entdeckungsverfahren führt, bietet auch das Internet die Möglichkeit, Informationen zu sammeln, zu verknüpfen und in neue Bezüge zu stellen. Es ist gelebte spontane Ordnung.

Herzinger schaute allerdings weniger auf die inhaltliche Aussage als vielmehr auf das Bild. Und so stellte er bereits nach dem Vortrag die Frage, ob denn die Fixierung auf Vordenker wie Hayek nicht eine gewisse Ähnlichkeit aufweise zur Ikonisierung, die Theoretikern wie  Karl Marx in linken Kreisen zuteilwürden. In seinem Artikel klingt das so: „Dass an die Wand über dem Podium das Porträt Hayeks projiziert wurde, zeigt, dass dieser Denker bei den liberalen Freigeistern einen ähnlichen Stellenwert als letztgültige Wahrheitsinstanz hat wie bei den Linken Karl Marx.” Der Verfasser bemühte sich bereits am Donnerstag abend, Herrn Herzinger zu verstehen zu geben, dass dieser Vergleich komplett danebenliegt. Herzinger blieb aber lieber bei seiner Pointe. Sie war so schön klischeehaft. Das Bild war einfach zu bestechend: Der erfahrene, abgeklärte Journalist auf der einen Seite. Ein Mann der Praxis und der Bodenständigkeit mit einem geschulten kritischen Auge. Auf der anderen Seite die überschwänglichen (oder wie er es formuliert: „berauschten“) jungen Idealisten. Leute, die sich in ihrem Elfenbeinturm selbst genügen und die Welt draußen aus dem Blick verloren haben.

Diese verzerrte Darstellung möchte der Verfasser gerne richtigstellen.

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Das Wichtigste ist: Die Freiheit des Menschen

Interview mit der Internetzeitung „Freie Welt“

FreieWelt.net: Katholizismus und Liberalismus gelten in Deutschland vielen als gegensätzliche weltanschauliche Grundhaltungen. Gegenseitige Schmähungen („Herz-Jesu-Marxist“, „Manchester-Kapitalist“) sind auch heute noch an der Tagesordnung. Derzeit sind mancherorts Bemühungen zu beobachten, die historisch überkommenen Gegensätze abzubauen oder sogar zu überwinden. Warum gerade jetzt? Gibt es einen besonderen Anlaß?

Clemens Schneider: Schon seit längerem kann man eine Absetzbewegung vom radikalen Laizismus in liberalen Kreisen bemerken. Die FDP zum Beispiel hat sich von ihren fast schon kirchenfeindlichen Äußerungen vor dreißig, vierzig Jahren distanziert, und gerade die junge Generation ist wieder wesentlich wohlwollender gegenüber Kirche und Religion eingestellt. Die Gruppe „Christen in der FDP-Fraktion“ umfasst inzwischen ein Drittel der Abgeordneten und ist somit die größte Gruppe innerhalb der Fraktion. Und der Parteivorsitzende Philipp Rösler sitzt sogar im Zentralkomitee Deutscher Katholiken.
Gleichzeitig öffnet sich gerade die katholische Kirche immer mehr der Idee, dass Marktwirtschaft die dem Menschen am meisten angemessene Wirtschaftsform ist. Vor allem Papst Johannes Paul II. hat da durchaus massive Akzente gesetzt, etwa mit seiner Sozialenzyklika „Centesimus Annus“ von 1991. Dort heißt es zum Beispiel: „Sowohl auf der nationalen Ebene der einzelnen Nationen wie auch auf jener der internationalen Beziehungen scheint der freie Markt das wirksamste Instrument für den Einsatz der Ressourcen und für die beste Befriedigung der Bedürfnisse zu sein.“ Leider sind die evangelischen Kirchen in Deutschland immer noch auf einem zum Teil dezidiert linken Kurs. Das liegt natürlich auch an ihrer traditionell stärkeren Nähe zum Establishment in Politik und Medien.

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