Vielfalt statt Einfalt: Was die Wirtschaftswissenschaften brauchen

Anfang Mai machte ein internationaler Aufruf von VWL-Studenten Furore. Die „International Students Initiative for Pluralism in Economics“ beklagt eine „besorgniserregende Einseitigkeit der Lehre“ in ihrem Fach.  Man kann das „Netzwerk Plurale Ökonomik“ durchaus kritisch sehen. Allerdings: Der Aufruf trifft einen wunden Punkt.

Was wollen die Initiatoren? Sie fordern drei Formen des Pluralismus: „Theoretischen Pluralismus, methodischem Pluralismus und Interdisziplinarität.“

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Too good to fail: Was der Fall Prokon lehrt (zusammen mit Justus Hövelmann)

Der Fall Prokon zeigt: Wir brauchen dringend schärfere Regeln für den grauen Kapitalmarkt! Der fiesen Abzockerei des kleinen Sparers muß ein Ende gesetzt werden! – Das jedenfalls ist der Tenor der Kommentare, die man in letzter Zeit hört. Bis hinein ins Handelsblatt ertönt dieser Ruf. Doch wenn man etwas hinter die Fassade des Schwarz-Weiß-Schemas aus guter Politik und bösen Kapitalmärkten schaut, sieht die Angelegenheit doch wesentlich komplexer aus.

Es gibt gute Argumente dafür, lieber auf eine klare Durchsetzung des Haftungsprinzips zu setzen als auf noch mehr Regulierungen: “Komplexe Regeln benötigen mehr Informationen als Gesetzgeber und Regulierer je erlangen könnten, und weisen deshalb schlechtere Ergebnisse auf als einfache Regeln”, schreibt etwa Johannes Fischer auf dem Blog Open Europe Berlin. Zudem: Solange staatliche Stellen dem Anleger die Illusion vermitteln, dank ihrer Regulierung könne er beruhigt spekulieren, werden auch weiterhin viele Menschen auf irrwitzige 8 Prozent-Rendite-Verheißungen reinfallen.

Der Glaube an die Effizienz staatlicher Regulierungen sitzt tief. Doch wenn man etwas hinter die Fassade des Schwarz-Weiß-Schemas aus guter Politik und bösen Kapitalmärkten schaut, sieht die Angelegenheit doch wesentlich komplexer aus.

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Eine Utopie? Warum es sich lohnt, für Geldwettbewerb einzutreten

Es gibt in Deutschland einen breiten Konsens darüber, dass die Privatisierungen der letzten Jahrzehnte insgesamt eine segensreiche Entwicklung waren. Zahlte man früher schon für innerdeutsche Festnetzgespräche saftige Preise, so unterbieten sich inzwischen die Anbieter auf dem Telekommunikationsmarkt mit Flat-Rate-Angeboten. Konnte man früher gut und gerne mal eine Woche auf die Zustellung eines Pakets warten, sieht man heute den ganzen Tag über die Zusteller von DHL, UPS, Hermes durch die Städte flitzen. Der Staat ist einfach nicht der bessere Unternehmer. Das bestreiten heute selbst viele Grüne oder Sozialdemokraten nicht mehr. Wettbewerb, so sind die meisten überzeugt, tut uns gut – vor allem uns Verbrauchern.

Und doch passiert es oft, dass man, wenn man für Wettbewerb plädiert, nur ungläubiges bis entsetztes Kopfschütteln erntet. Denn ein Bereich des Marktes scheint der Logik nicht zu unterliegen, dass private Anbieter ein besseres, effizienteres und verlässlicheres Angebot garantieren können als der Staat: der Bereich des Geldes.Weiterlesen »

Geldkönig

Im letzten Jahr hielt Bundesbankpräsident Jens Weidmann eine sehr bemerkenswerte Rede über Goethe und das Geld. Dort sagte unter anderem: „In der Tat dürfte der Umstand, dass Notenbanken quasi aus dem Nichts Geld schaffen können, vielen Beobachtern als etwas Überraschendes, Seltsames, vielleicht sogar Mystisches, Traumhaftes – oder auch Alptraumhaftes – vorkommen. […] Schaut man in der Historie zurück, so wurden staatliche Notenbanken früher oft gerade deshalb geschaffen, um den Regenten möglichst freien Zugriff auf scheinbar unbegrenzte Finanzmittel zu geben.“
Diese Rede hat nicht nur Liberale erfreut, sondern auch die Goethe-Forscher aufhorchen lassen. War der Geheimrat etwa staatskritischer als bisher angenommen? Hatte der Bundesbankpräsident die Tür zu einem neuen Kapitel in der Goethe-Forschung aufgestoßen? Eifrig durchstöberten die Wissenschaftler das Goethe-Archiv in Weimar – auf der fieberhaften Suche nach Texten, die Weidmanns Argumentation bestätigen oder widerlegen könnten. Im Zug dieser Recherchen tauchte auch eine frühere Version des berühmten Gedichtes „Erlkönig“ auf, das die Interpretation des Frankfurter Währungshüters zu bestätigen scheint.
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Die EU auf dem Handelskriegpfad

„Wir müssen unsere Interessen gegen China, Indien, Brasilien und all die aufstrebenden Länder behaupten und durchsetzen!“ – eines der besonders beliebten Argumente für Ausbau und Vertiefung der Europäischen Union, für eine Bündelung von Kompetenzen und Macht bei EU-Institutionen. Eine aparte neue Form des Nationalismus. Den Umständen des 21. Jahrhunderts angepasst verzichtet man auf Säbelrasseln und rasselt stattdessen mit dem Geldbeutel.

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Politics without Romance: Was Politiker und Wähler von James M. Buchanan lernen können

Wie viele andere bedeutende Denker aus dem Umfeld der Österreichischen Schule der Nationalökonomie erreichte auch der Ökonom und Politikwissenschaftler James M. Buchanan mit 93 Jahren ein hohes Alter. Die Langlebigkeit zahlte sich aus. Bis zu seinem Tod am 9. Januar 2013 hat der Wirtschaftsnobelpreisträger von 1986 unermüdlich weitergearbeitet und geforscht.

Das passte zu seiner Persönlichkeit. Wie Friedrich August von Hayek, dessen Gedanken grundlegend für Buchanans eigene Arbeiten waren, war er ein wissbegieriger Skeptiker. Deutlich sah er die Grenzen der Wissenschaft, auch der eigenen. Deutlich sah er auch die Grenzen der Politik und des Staates.

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Befreien wir uns von den Ängsten! Drei Wünsche zu Weihnachten

Die Zeit um Weihnachten ist eine Zeit, in der es üblich ist, sein Herz mehr zu öffnen als während des übrigen Jahres. Man wird persönlich, man teilt seine Wünsche und Sehnsüchte mit. Die dürfen dann auch mal über eine Märklin-Eisenbahn oder eine neue Krawatte hinausgehen. Ich habe auch drei Wünsche…

  • Ich wünsche mir, dass der Protektionismus ein Ende nimmt!
  • Ich wünsche mir, dass der Krieg gegen die Drogen aufhört!
  • Ich wünsche mir, dass wir unsere Grenzen für Einwanderer öffnen!

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