Drogenpolitik – gute Absichten mit schlechten Folgen

Die Drogenpolitik der Bundesregierung ist inkonsistent, teuer und nicht zielführend. Anstatt tatsächlich Suchtbetroffenen zu helfen werden irrationale Ängste bedient. Die angewandten Strategien sind längst überholt. Drogenpolitik ist ein Politikfeld, anhand dessen man fast idealtypisch sehen kann, wie staatliche Intervention selbst mit den besten Absichten oft schlimmste Folgen hervorruft.

Stellen wir uns einmal vor, beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten würden anstatt Wein und Champagner Joints herumgereicht. Gemütlich stehen die Kanzlerin, Verdi-Chef Franz Bsirske, Bildungsministerin Wanka und der ungarische Botschafter beisammen und teilen sich eine Marihuana-Zigarette. Absurd? Keineswegs! Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2007 zeigt auf, dass Alkohol substantiell gefährlicher ist als Cannabis, schneller abhängig macht und sowohl in physischer als auch in sozialer Hinsicht erheblich schlimmere Folgen zeitigt.

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Muff von 1000 Jahren

Sehr geehrter Herr Schuhler,

Vor zweieinhalb Wochen habe ich auf dem Blog der INSM einen Artikel veröffentlicht, in dem ich den Aufruf der VWL-Studenten für eine Plurale Ökonomik lobe und dazu aufrufe, ihn ernst zu nehmen. Vor ein paar Tagen haben Sie auf diesen Artikel auf der Website des Instituts für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung reagiert. Ich erlaube mir eine kleine Replik, weil Sie dort etliche Tatsachen falsch dargestellt haben, und auch, weil ich mehrere ihrer Aussagen für schlichtweg unsinnig halte. Sie suchen nicht die inhaltliche Auseinandersetzung, sondern dreschen nur die Phrasen von vorgestern. Haben Sie nicht auch einmal den „Muff von 1000 Jahren“ bekämpft? Wissen Sie, Ihr Feldzug ist mittlerweile auch recht muffig geworden …

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Vielfalt statt Einfalt: Was die Wirtschaftswissenschaften brauchen

Anfang Mai machte ein internationaler Aufruf von VWL-Studenten Furore. Die „International Students Initiative for Pluralism in Economics“ beklagt eine „besorgniserregende Einseitigkeit der Lehre“ in ihrem Fach.  Man kann das „Netzwerk Plurale Ökonomik“ durchaus kritisch sehen. Allerdings: Der Aufruf trifft einen wunden Punkt.

Was wollen die Initiatoren? Sie fordern drei Formen des Pluralismus: „Theoretischen Pluralismus, methodischem Pluralismus und Interdisziplinarität.“

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Too good to fail: Was der Fall Prokon lehrt (zusammen mit Justus Hövelmann)

Der Fall Prokon zeigt: Wir brauchen dringend schärfere Regeln für den grauen Kapitalmarkt! Der fiesen Abzockerei des kleinen Sparers muß ein Ende gesetzt werden! – Das jedenfalls ist der Tenor der Kommentare, die man in letzter Zeit hört. Bis hinein ins Handelsblatt ertönt dieser Ruf. Doch wenn man etwas hinter die Fassade des Schwarz-Weiß-Schemas aus guter Politik und bösen Kapitalmärkten schaut, sieht die Angelegenheit doch wesentlich komplexer aus.

Es gibt gute Argumente dafür, lieber auf eine klare Durchsetzung des Haftungsprinzips zu setzen als auf noch mehr Regulierungen: “Komplexe Regeln benötigen mehr Informationen als Gesetzgeber und Regulierer je erlangen könnten, und weisen deshalb schlechtere Ergebnisse auf als einfache Regeln”, schreibt etwa Johannes Fischer auf dem Blog Open Europe Berlin. Zudem: Solange staatliche Stellen dem Anleger die Illusion vermitteln, dank ihrer Regulierung könne er beruhigt spekulieren, werden auch weiterhin viele Menschen auf irrwitzige 8 Prozent-Rendite-Verheißungen reinfallen.

Der Glaube an die Effizienz staatlicher Regulierungen sitzt tief. Doch wenn man etwas hinter die Fassade des Schwarz-Weiß-Schemas aus guter Politik und bösen Kapitalmärkten schaut, sieht die Angelegenheit doch wesentlich komplexer aus.

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Eine Utopie? Warum es sich lohnt, für Geldwettbewerb einzutreten

Es gibt in Deutschland einen breiten Konsens darüber, dass die Privatisierungen der letzten Jahrzehnte insgesamt eine segensreiche Entwicklung waren. Zahlte man früher schon für innerdeutsche Festnetzgespräche saftige Preise, so unterbieten sich inzwischen die Anbieter auf dem Telekommunikationsmarkt mit Flat-Rate-Angeboten. Konnte man früher gut und gerne mal eine Woche auf die Zustellung eines Pakets warten, sieht man heute den ganzen Tag über die Zusteller von DHL, UPS, Hermes durch die Städte flitzen. Der Staat ist einfach nicht der bessere Unternehmer. Das bestreiten heute selbst viele Grüne oder Sozialdemokraten nicht mehr. Wettbewerb, so sind die meisten überzeugt, tut uns gut – vor allem uns Verbrauchern.

Und doch passiert es oft, dass man, wenn man für Wettbewerb plädiert, nur ungläubiges bis entsetztes Kopfschütteln erntet. Denn ein Bereich des Marktes scheint der Logik nicht zu unterliegen, dass private Anbieter ein besseres, effizienteres und verlässlicheres Angebot garantieren können als der Staat: der Bereich des Geldes.Weiterlesen »