Finger weg von der Ehe!

Das Referendum zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Irland hat hohe Wellen geschlagen: vom Bundestag bis in den Vatikan. Man könnte sich die Debatte sparen, wenn man die Ehe wieder zu dem machen würde, was sie ja nun wirklich unbestreitbar ist: Privatsache!

Die staatliche Ehe ist noch recht jung

Die Ehe ist eine kulturelle Institution, die für klare Verhältnisse sorgt. Im Idealfall begründet sie eine lebenslange Bindung. Sie garantiert sichtbar Stabilität und Verlässlichkeit für die jeweiligen Eheleute und gegebenenfalls auch für die Kinder. Alles in allem also eine recht erfreuliche Sache. Entwickelt hat sich diese Institution fast überall auf der Welt in einem religiösen oder zumindest rituellen Kontext.

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Pegida und Islamisten: die Lauten sind nicht die Mehrheit

Als ich gestern abend das Haus verließ, wühlte ein Schwarzer in einer Mülltonne vor meinem Haus. Da ging ein junges Paar mit beherzten Schritten auf ihn zu. Ich erkannte die Tüte, die sie mit sich trugen, weil ich mir selbst ab und zu bei dem Italiener um die Ecke Nudeln hole. Als wäre es das Selbstverständlichste in der Welt boten sie dem Mann die Nudeln an. Das ist Deutschland. Nicht die lärmenden Pegida-Demonstranten in Dresden. Die Berichterstattung der Medien könnte bisweilen einen ziemlich anderen Eindruck entstehen lassen. Dem muss man entgegentreten.

Die meisten sind hilfsbereit, nicht ängstlich

Zehntausende von Menschen haben in den letzten Wochen Zeit, Geld und viel Herz aufgewendet, um den Flüchtlingen zu helfen, die in unser Land kommen. Aber nicht diese viel größere Menge schafft es auf die Titelblätter der Zeitungen und in die Nachrichtensendungen. Sowohl die vielgeschmähte „Lügenpresse“ als auch die verhasste „Politikerkaste“ verhilft einer lärmenden Minderheit zu einer völlig überproportionalen Präsenz im öffentlichen Diskurs. Dabei übersteigt allein schon bei den Demonstrationen jenseits von Dresden die Zahl der Gegner die der Anhänger von Pegida oft um ein Vielfaches.

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Abendland?

Die Abendlandsretter von Pegida haben zwei zentrale Punkte der Geschichte des Abendlandes nicht verstanden:

  • Vermischung, Wandel, Entwicklung, Veränderung sind Grundkonstanten dessen, was man heute als Abendland bezeichnet.
  • Und: Bedrohungen bekommt man nicht durch Angst in den Griff, sondern durch Mut.

Das Abendland ist Ergebnis von Offenheit

Schon die alten griechischen Philosophen und Wissenschaftler entwickelten ihre Theorien auch im beständigen Austausch mit Ägyptern, Persern und Kulturen Mesopotamiens. Das Judentum und das Christentum (die „christlich-jüdische Kultur“, die so gern beschworen wird) hat die unterschiedlichsten religiösen und kulturellen Einflüsse in sich vereinigt.

So geht es dann weiter durch die lange Geschichte des Abendlandes. Unsere Kultur hat sich aus den verschiedensten Quellen entwickelt. Gerade im Mittelalter war zum Beispiel der Einfluss der islamischen Kultur und Wissenschaft enorm.

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William Wilberforce: Kämpfer für die Freiheit

Denkt man an große Gestalten der Geschichte an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, so kommen einem wahrscheinlich Napoleon, Washington oder Metternich in den Sinn, vielleicht auch Robespierre und Nelson. Kaum einer aber würde an William Wilberforce denken. Dabei sollte dieser Mann den Lauf der Geschichte verändern und weit mehr für Freiheit und Menschlichkeit tun als irgendeiner seiner obenstehenden Zeitgenossen.

Im Jahr 1759 in einer privilegierten Familie aus Yorkshire geboren war Wilberforce ein charmanter und begabter junger Mann, der einer vielversprechenden politischen Karriere in den höchsten Kreisen entgegensehen konnte.

In seinen späten Zwanzigern kam er allerdings in die Gesellschaft einer ganz anderen Art von Leuten als die, mit denen er gewöhnlich Umgang pflegte. Er begann, sich anzufreunden mit der Gesellschaft, vor allem aber mit den Ideen von evangelikalen Sonderlingen und Quäker-Querköpfen.

Nicht gerade die vielversprechendsten Mitstreiter, aber – so empfand er – endlich einmal Menschen, die von etwas überzeugt waren. Diese Leute sollten ihm im Laufe der Zeit Ideen in den Kopf setzen, die aus heutiger Sicht etwas sonderbar erscheinen: So setzte er sich zum Beispiel ein für Gesetze gegen exzessiven Alkoholkonsum, Pornographie oder Sonntagszeitungen. Auf der anderen Seite trat er aber auch gegen die Todesstrafe ein und gründete die „Gesellschaft zur Verhinderung von Tierquälerei“. All dies aber ist unbedeutend verglichen mit dem bahnbrechenden Wandel, den er für die Menschheit herbeiführte.

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Liberalismus und christlicher Glaube – Ein Widerspruch?

Auf Einladung der Liberalen Hochschulgruppe Mannheim hielt der Autor dieses Blogs am 15. November 2013 einen Vortrag zum Thema „Liberalismus und Christlicher Glaube – Ein Widerspruch?“

 

Bericht auf radioaktiv.

Weitere Artikel zum Thema:

Das Wichtigste ist: Die Freiheit des Menschen

Lord Acton: Vermittler zwischen Liberalismus und Christentum

Gekaufte Solidarität – Wohlfahrtsstaat und Menschenwürde

Gestern hat Papst Franziskus seine erste Reise als Papst unternommen. Er hat die Insel Lampedusa besucht, die seit Jahren für Tausende von Flüchtlingen die erste und oft auch letzte Etappe auf ihrem Weg nach Europa ist. Jährlich sterben Tausende von Menschen auf dem Weg dorthin und viele Tausende werden wieder zurückgeschickt in ihre Heimat, wo Not und Tod herrschen. In Europa werden diese verzweifelten Menschen oft als Bedrohung empfunden – das Bild der hungernden Afrikaner, die die Festung Europa stürmen wollen, sitzt tief in den Köpfen und Herzen der Menschen. Der Papst lenkte den Blick auf einen ganz anderen Aspekt, wenn er in seiner Predigt sagt: „Wer hat geweint über den Tod dieser Brüder und Schwestern? Wer hat geweint um diese Menschen, die im Boot waren? Um die jungen Mütter, die ihre Kinder mit sich trugen? Um diese Männer, die sich nach etwas sehnten, um ihre Familien unterhalten zu können?” Diese Flüchtlinge sind Menschen wie wir, die unser Mitgefühl verdienen. Sie sind Menschen wie wir, die auch ihre Chance verdienen, ihr Glück zu machen.

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Das Wichtigste ist: Die Freiheit des Menschen

Interview mit der Internetzeitung „Freie Welt“

FreieWelt.net: Katholizismus und Liberalismus gelten in Deutschland vielen als gegensätzliche weltanschauliche Grundhaltungen. Gegenseitige Schmähungen („Herz-Jesu-Marxist“, „Manchester-Kapitalist“) sind auch heute noch an der Tagesordnung. Derzeit sind mancherorts Bemühungen zu beobachten, die historisch überkommenen Gegensätze abzubauen oder sogar zu überwinden. Warum gerade jetzt? Gibt es einen besonderen Anlaß?

Clemens Schneider: Schon seit längerem kann man eine Absetzbewegung vom radikalen Laizismus in liberalen Kreisen bemerken. Die FDP zum Beispiel hat sich von ihren fast schon kirchenfeindlichen Äußerungen vor dreißig, vierzig Jahren distanziert, und gerade die junge Generation ist wieder wesentlich wohlwollender gegenüber Kirche und Religion eingestellt. Die Gruppe „Christen in der FDP-Fraktion“ umfasst inzwischen ein Drittel der Abgeordneten und ist somit die größte Gruppe innerhalb der Fraktion. Und der Parteivorsitzende Philipp Rösler sitzt sogar im Zentralkomitee Deutscher Katholiken.
Gleichzeitig öffnet sich gerade die katholische Kirche immer mehr der Idee, dass Marktwirtschaft die dem Menschen am meisten angemessene Wirtschaftsform ist. Vor allem Papst Johannes Paul II. hat da durchaus massive Akzente gesetzt, etwa mit seiner Sozialenzyklika „Centesimus Annus“ von 1991. Dort heißt es zum Beispiel: „Sowohl auf der nationalen Ebene der einzelnen Nationen wie auch auf jener der internationalen Beziehungen scheint der freie Markt das wirksamste Instrument für den Einsatz der Ressourcen und für die beste Befriedigung der Bedürfnisse zu sein.“ Leider sind die evangelischen Kirchen in Deutschland immer noch auf einem zum Teil dezidiert linken Kurs. Das liegt natürlich auch an ihrer traditionell stärkeren Nähe zum Establishment in Politik und Medien.

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