Finger weg von der Ehe!

Das Referendum zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Irland hat hohe Wellen geschlagen: vom Bundestag bis in den Vatikan. Man könnte sich die Debatte sparen, wenn man die Ehe wieder zu dem machen würde, was sie ja nun wirklich unbestreitbar ist: Privatsache!

Die staatliche Ehe ist noch recht jung

Die Ehe ist eine kulturelle Institution, die für klare Verhältnisse sorgt. Im Idealfall begründet sie eine lebenslange Bindung. Sie garantiert sichtbar Stabilität und Verlässlichkeit für die jeweiligen Eheleute und gegebenenfalls auch für die Kinder. Alles in allem also eine recht erfreuliche Sache. Entwickelt hat sich diese Institution fast überall auf der Welt in einem religiösen oder zumindest rituellen Kontext.

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Coming out – muss das sein?

Ja, muss es! Aber nicht in erster Linie, um einen Kreuzzug gegen Homophobie zu rechtfertigen. Ein prominentes Coming out ist vor allem für andere Homosexuelle hilfreich.

Das Thema Homosexualität geistert mal wieder über alle medialen und öffentlichen Kanäle. Irrwitzige homosexuellenfeindliche Gesetzgebungen in Russland, Uganda und Nigeria haben zu erhöhtem Interesse ebenso beigetragen wie etliche prominente Coming Outs in den vergangenen Monaten. Hitzlspergers Coming out war nur eines von derzeit wirklich erstaunlich vielen. Wentworth Miller, Hauptdarsteller der Serie „Prison Break“, schilderte im vergangenen September auf bewegende Weise, wie er als Jugendlicher kurz vor dem Selbstmord stand. Mit dem Fußballer Robbie Rogers, dem Weltmeister im Turmspringen Tom Daley und dem Football-Spieler Michael Sam sprachen in den letzten Monaten mehrere aktive Sportler über ihre Homosexualität. Erst gestern machte die Schauspielerin Ellen Page (X-Men, Inception) öffentlich, dass sie lesbisch ist.

Seit Wochen vergeht nun kaum ein Tag, an dem nicht das medial organisierte Gutmenschentum öffentlich seine Toleranz demonstriert. „Deutschland (Europa, die Welt …)“, so der Tenor, „ist immer noch viel zu homophob.“ Da verschwimmen auch gern mal die Grenzen zwischen unangenehmen Erfahrungen in ländlichen Gebieten Westeuropas und den tödlichen Hatzjagden in Russland oder dem Iran. Kein Wunder, dass bei so viel zur Schau getragener Empörung und angesichts eines Platzregens an Zeigefingern, die da über die Republik niederprasseln, manch einer verschnupft reagiert. Da hört man dann die freundliche Bemerkung, es sei doch inzwischen völlig normal und breit akzeptiert, wenn jemand homosexuell ist – man müsse doch jetzt nicht jedes Coming out aufs Neue feiern. Die etwas weniger freundliche Variante lautet: Sexualität sei Privatsache, und es sei unerhört, wenn „diese Leute“ meinen, die ganze Welt darüber informieren zu müssen. Schließlich laufe man auch nicht ständig herum und bekenne sich dazu, heterosexuell zu sein.

Stimmt – und genau das ist der Punkt. Denn man muss es nicht. Jeder geht davon aus.

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Anders als die Andern

… so hieß der erste Spielfilm, der sich mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzte. Gedreht wurde er 1919. Seitdem sind fast hundert Jahre vergangen. Seitdem haben sich die Dinge für Homosexuelle fundamental geändert: der Kampf gegen homosexuellenfeindliche Gesetze, die Bemühungen um Aufklärung, gerade auch der Jugend, die mittlerweile vielen offen Homosexuellen im öffentlichen Leben – all das hat zu einer massiven Verbesserung der Lage homosexueller Menschen geführt. Was noch zu Zeiten des Aktivisten Harvey Milk vor vierzig Jahren undenkbar war, ist heute Normalität: zwei europäische Staaten haben homosexuelle Regierungschefs, etliche Großstädte werden von homosexuellen Bürgermeistern regiert, Filmstars, Fernsehmoderatoren und auch immer mehr Sportler bekennen sich öffentlich zu ihrer Homosexualität. Selbst in einer so konservativen Organisation wie der Katholischen Kirche kann der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki inzwischen sagen: „Ich halte es für vorstellbar, dass dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, wo sie in dauerhaften homosexuellen Beziehungen leben, dass das in ähnliche Weise zu heterosexuellen Partnerschaften anzusehen ist.“Weiterlesen »

Wir müssen Homosexualität entkriminalisieren

In seinem Kommentar „Rom“ (F. A. Z. vom 5. September) erwähnt Daniel Deckers „Netzwerke von (mehrheitlich homosexuellen) Geistlichen, die sich in ihrem Treiben ohne und mit Minderjährigen nicht stören lassen wollen“. Die leider typische, und von Seiten mancher Kirchenvertreter auch immer wieder befeuerte, These, Homosexuelle seien besonders anfällig für Kindesmissbrauch, ist erst kürzlich zum widerholten Male durch zwei von der amerikanischen Bischofskonferenz beim renommierten „John-Jay-College of Criminal Justice“ in Auftrag gegebene Studien widerlegt worden. Weiterlesen »