Coming out – muss das sein?

Ja, muss es! Aber nicht in erster Linie, um einen Kreuzzug gegen Homophobie zu rechtfertigen. Ein prominentes Coming out ist vor allem für andere Homosexuelle hilfreich.

Das Thema Homosexualität geistert mal wieder über alle medialen und öffentlichen Kanäle. Irrwitzige homosexuellenfeindliche Gesetzgebungen in Russland, Uganda und Nigeria haben zu erhöhtem Interesse ebenso beigetragen wie etliche prominente Coming Outs in den vergangenen Monaten. Hitzlspergers Coming out war nur eines von derzeit wirklich erstaunlich vielen. Wentworth Miller, Hauptdarsteller der Serie „Prison Break“, schilderte im vergangenen September auf bewegende Weise, wie er als Jugendlicher kurz vor dem Selbstmord stand. Mit dem Fußballer Robbie Rogers, dem Weltmeister im Turmspringen Tom Daley und dem Football-Spieler Michael Sam sprachen in den letzten Monaten mehrere aktive Sportler über ihre Homosexualität. Erst gestern machte die Schauspielerin Ellen Page (X-Men, Inception) öffentlich, dass sie lesbisch ist.

Seit Wochen vergeht nun kaum ein Tag, an dem nicht das medial organisierte Gutmenschentum öffentlich seine Toleranz demonstriert. „Deutschland (Europa, die Welt …)“, so der Tenor, „ist immer noch viel zu homophob.“ Da verschwimmen auch gern mal die Grenzen zwischen unangenehmen Erfahrungen in ländlichen Gebieten Westeuropas und den tödlichen Hatzjagden in Russland oder dem Iran. Kein Wunder, dass bei so viel zur Schau getragener Empörung und angesichts eines Platzregens an Zeigefingern, die da über die Republik niederprasseln, manch einer verschnupft reagiert. Da hört man dann die freundliche Bemerkung, es sei doch inzwischen völlig normal und breit akzeptiert, wenn jemand homosexuell ist – man müsse doch jetzt nicht jedes Coming out aufs Neue feiern. Die etwas weniger freundliche Variante lautet: Sexualität sei Privatsache, und es sei unerhört, wenn „diese Leute“ meinen, die ganze Welt darüber informieren zu müssen. Schließlich laufe man auch nicht ständig herum und bekenne sich dazu, heterosexuell zu sein.

Stimmt – und genau das ist der Punkt. Denn man muss es nicht. Jeder geht davon aus.

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Eingeordnet unter Gesellschaft, Homosexualität

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