Vor zwei Tagen hat der Papst sich mit Fidel Castro getroffen. Castro ist gemeinsam mit seinem Bruder Raúl und dem absurderweise zur Pop-Ikone gewordenen Ernesto Guevara verantwortlich für den Tod tausender Menschen, für Gefangenenlager, Folterungen und Vertreibungen im ganz großen Stil. Ist es richtig und angebracht, dass der Papst sich mit ihm trifft, zumal er keinerlei offizielle Funktion in Kuba mehr innehat? Ich habe diese Frage einem Freund von mir gestellt, der verdienstvollerweise gerade als bloggender Kaplan reüssiert: „Der Papst hat sich gerade mit Fidel Castro getroffen. Wie kann man es rechtfertigen, sich mit einem Massenmörder zu treffen, der sein Volk und auch die Kirche unterdrückt? Verleiht man ihm dadurch nicht Legitimität?“ Ich finde, ehrlich gesagt, die Vorstellung ziemlich gruselig, dass die Menschen, die Angehörige, Freunde oder vielleicht einfach nur Vorbilder auf oft grausame Weise verloren haben, jetzt das Bild sehen müssen, wie der Papst ihm freundlich lächelnd die Hand schüttelt.
Autor: Clemens Schneider
Manchmal kommen sie wieder: Comebacks bei der FDP
Vor fast genau einem Jahr, am 27. März 2011, flog die FDP bei den Landtagswahlen mit 4,2 % aus dem rheinland-pfälzischen Parlament und konnte sich in Baden-Württemberg mit knappen 5,3 % gerade noch hineinretten. Dir Folge war eine konzertierte Aktion der alten Hasen in der Parteiführung und der sogenannten „boy group“, Westerwelle die Parteiführung zu entwinden, die er de facto über siebzehn Jahre hinweg innehatte. Dieser „Berliner Frühling“ sollte die FDP endlich aus dem Jammertal herausführen, in das Westerwelle sie geführt habe.
Es ist völlig unbestritten, dass Westerwelle das bemerkenswerte Wählermandat der Bundestagswahl 2009 innerhalb von nur zwei Wochen komplett verspielt hatte. Es gelang nicht, die wesentlichen Inhalte in den Koalitionsverhandlungen durchzusetzen. Einige wenige Erfolge, wie die Abschaffung der Wehrpflicht, wurden in der Öffentlichkeit nicht mit der FDP in Verbindung gebracht. Was die Wähler wollten, waren durchgreifende Reformen. Was sie bekamen waren FDP-Minister. Hier liegt der Hund begraben.
Hayek-Gesellschaft lädt zur “Woche der Freiheit” – Jetzt bewerben
Die ökonomische Bildung hat in Deutschland keinen leichten Stand. In den Schulen wird ökonomisches Grundwissen nur sehr bruchstückhaft und allzu oft tendenziös vermittelt (siehe auch eine Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts).
In vielen Universitäten wird in der VWL weniger auf die Grundlagen der Ordnungspolitik als auf die Feinheiten der Mathematik gesetzt. Verwandte Studiengänge wie die Rechts- oder Politikwissenschaften verzichten oft ganz auf die Vermittlung von wirtschaftlicher Grundbildung. Beides, die Vernachlässigung in den Schulen und die Spezialisierung an den Universitäten, trägt zu einem wachsenden Unverständnis der Grundfunktionen einer Marktwirtschaft bei.
Norbert Barthle – Der Chuck Norris der Rhetorik
Es gibt ja bekanntlich solche Lehrer … und solche. Die besseren ihrer Zunft investieren ihre ganze Zeit und Energie in das Vermitteln von und Begeistern für Wissen. Die weniger begabten, denen es an Können oder schlichtweg am pädagogischen Eros fehlt, landen dann zum Beispiel als Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg und ziehen dann irgendwann in den Bundestag ein.
Man würde meinen, dass jemand, der Germanistik, Sportwissenschaft und Philosophie auf Lehramt studiert hat, wenn es ihn schon in den Bundestag verschlägt, dort vielleicht im Bildungs-, Kultur- oder Sportausschuss seine Expertise zur Verfügung stellt. Weit gefehlt! Angesichts des eklatanten Mangels an volkswirtschaftlichem Sachverstand im Bundestag (von insgesamt 620 Abgeordneten sind 33 Volkswirte und weitere 60 haben ein anderes wirtschaftswissenschaftliches Fach studiert), scheint es geboten, den Deutsch- und Sport-Lehrer zum haushaltspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion zu befördern.
Die Woche der Freiheit: Non Scholae sed Vitae
Dass deutsche Lehrpläne und deutsche Lehrkräfte eine gewisse Vorliebe für linke Theorien haben, und oft unerschütterliches Vertrauen auf den Staat verbreiten, ist ein altbekanntes Problem, unter dem nicht zuletzt Liberale strukturell zu leiden haben. Noch bevor die Schüler das Abschlusszeugnis in den Händen halten, haben sie verinnerlicht, dass der Neoliberalismus die soziale Kälte hervorgebracht hat, dass der Wettbewerb die Menschen unter unmenschliche Bedingungen zwingt und dass es ein Verdienst des Staates ist, dass wir heute in Freiheit und Wohlstand leben können.
Wie kann man gegen diese Indoktrinierung angehen? Wie verhindern, dass das Verständnis für ökonomische und mithin politische und philosophische Fragestellungen nicht verkümmert?