Im letzten Jahr hielt Bundesbankpräsident Jens Weidmann eine sehr bemerkenswerte Rede über Goethe und das Geld. Dort sagte unter anderem: „In der Tat dürfte der Umstand, dass Notenbanken quasi aus dem Nichts Geld schaffen können, vielen Beobachtern als etwas Überraschendes, Seltsames, vielleicht sogar Mystisches, Traumhaftes – oder auch Alptraumhaftes – vorkommen. […] Schaut man in der Historie zurück, so wurden staatliche Notenbanken früher oft gerade deshalb geschaffen, um den Regenten möglichst freien Zugriff auf scheinbar unbegrenzte Finanzmittel zu geben.“
Diese Rede hat nicht nur Liberale erfreut, sondern auch die Goethe-Forscher aufhorchen lassen. War der Geheimrat etwa staatskritischer als bisher angenommen? Hatte der Bundesbankpräsident die Tür zu einem neuen Kapitel in der Goethe-Forschung aufgestoßen? Eifrig durchstöberten die Wissenschaftler das Goethe-Archiv in Weimar – auf der fieberhaften Suche nach Texten, die Weidmanns Argumentation bestätigen oder widerlegen könnten. Im Zug dieser Recherchen tauchte auch eine frühere Version des berühmten Gedichtes „Erlkönig“ auf, das die Interpretation des Frankfurter Währungshüters zu bestätigen scheint.
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Kategorie: Wirtschaft und Finanzen
Die EU auf dem Handelskriegpfad
„Wir müssen unsere Interessen gegen China, Indien, Brasilien und all die aufstrebenden Länder behaupten und durchsetzen!“ – eines der besonders beliebten Argumente für Ausbau und Vertiefung der Europäischen Union, für eine Bündelung von Kompetenzen und Macht bei EU-Institutionen. Eine aparte neue Form des Nationalismus. Den Umständen des 21. Jahrhunderts angepasst verzichtet man auf Säbelrasseln und rasselt stattdessen mit dem Geldbeutel.
Politics without Romance: Was Politiker und Wähler von James M. Buchanan lernen können
Wie viele andere bedeutende Denker aus dem Umfeld der Österreichischen Schule der Nationalökonomie erreichte auch der Ökonom und Politikwissenschaftler James M. Buchanan mit 93 Jahren ein hohes Alter. Die Langlebigkeit zahlte sich aus. Bis zu seinem Tod am 9. Januar 2013 hat der Wirtschaftsnobelpreisträger von 1986 unermüdlich weitergearbeitet und geforscht.
Das passte zu seiner Persönlichkeit. Wie Friedrich August von Hayek, dessen Gedanken grundlegend für Buchanans eigene Arbeiten waren, war er ein wissbegieriger Skeptiker. Deutlich sah er die Grenzen der Wissenschaft, auch der eigenen. Deutlich sah er auch die Grenzen der Politik und des Staates.
Befreien wir uns von den Ängsten! Drei Wünsche zu Weihnachten
Die Zeit um Weihnachten ist eine Zeit, in der es üblich ist, sein Herz mehr zu öffnen als während des übrigen Jahres. Man wird persönlich, man teilt seine Wünsche und Sehnsüchte mit. Die dürfen dann auch mal über eine Märklin-Eisenbahn oder eine neue Krawatte hinausgehen. Ich habe auch drei Wünsche…
- Ich wünsche mir, dass der Protektionismus ein Ende nimmt!
- Ich wünsche mir, dass der Krieg gegen die Drogen aufhört!
- Ich wünsche mir, dass wir unsere Grenzen für Einwanderer öffnen!
Wieviel Staat braucht das Geld?
„End the FED“ – „Schließt die Zentralbank“, so ertönte der Ruf bei den „Occupy Wall Street“-Demonstrationen im letzten Jahr. „End the FED“, so ruft seit vielen Jahren der US-Abgeordnete Ron Paul. „Das Zentralbanken-Monopol muss fallen!“ hört man seit einiger Zeit zunehmend auch hierzulande.
Was ist überhaupt das Zentralbanken-Monopol? Im Bundesbankgesetz steht:
„Die Deutsche Bundesbank hat unbeschadet des Artikels 128 Absatz 1 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union das ausschließliche Recht, Banknoten im Geltungsbereich dieses Gesetzes auszugeben. Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.“ (§ 14 Absatz 1)
Mit anderen Worten: Es ist in Deutschland, wie auch in allen anderen Staaten der Welt, einzig und allein den staatlichen Zentralbanken gestattet, Geld zu drucken und in den Geldkreislauf einzuspeisen. Und jeder, der sich in dem Staat aufhält, ist verpflichtet, Transaktionen in dieser Währung durchzuführen.
Dieses staatliche Monopol auf die Geldausgabe ist ein uraltes Privileg der Herrscher. Wie wichtig ihnen dieses Privileg war und ist, kann man daran erkennen, dass auf den Münzen und später auch auf den Scheinen sehr häufig Porträts des jeweiligen Herrschers oder seiner Vorgänger abgebildet sind.