William Wilberforce: Kämpfer für die Freiheit

Denkt man an große Gestalten der Geschichte an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, so kommen einem wahrscheinlich Napoleon, Washington oder Metternich in den Sinn, vielleicht auch Robespierre und Nelson. Kaum einer aber würde an William Wilberforce denken. Dabei sollte dieser Mann den Lauf der Geschichte verändern und weit mehr für Freiheit und Menschlichkeit tun als irgendeiner seiner obenstehenden Zeitgenossen.

Im Jahr 1759 in einer privilegierten Familie aus Yorkshire geboren war Wilberforce ein charmanter und begabter junger Mann, der einer vielversprechenden politischen Karriere in den höchsten Kreisen entgegensehen konnte.

In seinen späten Zwanzigern kam er allerdings in die Gesellschaft einer ganz anderen Art von Leuten als die, mit denen er gewöhnlich Umgang pflegte. Er begann, sich anzufreunden mit der Gesellschaft, vor allem aber mit den Ideen von evangelikalen Sonderlingen und Quäker-Querköpfen.

Nicht gerade die vielversprechendsten Mitstreiter, aber – so empfand er – endlich einmal Menschen, die von etwas überzeugt waren. Diese Leute sollten ihm im Laufe der Zeit Ideen in den Kopf setzen, die aus heutiger Sicht etwas sonderbar erscheinen: So setzte er sich zum Beispiel ein für Gesetze gegen exzessiven Alkoholkonsum, Pornographie oder Sonntagszeitungen. Auf der anderen Seite trat er aber auch gegen die Todesstrafe ein und gründete die „Gesellschaft zur Verhinderung von Tierquälerei“. All dies aber ist unbedeutend verglichen mit dem bahnbrechenden Wandel, den er für die Menschheit herbeiführte.

Weiterlesen auf dem INSM Blog …

Liberalismus und christlicher Glaube – Ein Widerspruch?

Auf Einladung der Liberalen Hochschulgruppe Mannheim hielt der Autor dieses Blogs am 15. November 2013 einen Vortrag zum Thema „Liberalismus und Christlicher Glaube – Ein Widerspruch?“

 

Bericht auf radioaktiv.

Weitere Artikel zum Thema:

Das Wichtigste ist: Die Freiheit des Menschen

Lord Acton: Vermittler zwischen Liberalismus und Christentum

Chapeau, eine Pointe!

In der „Welt“ berichtete der Journalist Richard Herzinger kürzlich von einer Veranstaltung des think tanks Wert der Freiheit zum Thema „Liberaler Aufbruch im Internet“. Dabei geht er gleich zu Beginn des Artikels auf eine Powerpoint-Folie ein, die der Verfasser am Ende seines Vortrags an die Wand projizierte. Zu sehen ist Friedrich August von Hayek sowie ein Zitat aus seinem Aufsatz „The Use of Knowledge in Society“: „Wir müssen zeigen, wie eine Lösung durch das Zusammenwirken von Menschen hervorgebracht wird, von denen jeder nur Teilkenntnisse besitzt.“ Dieses Zitat sollte verdeutlichen, dass Hayeks informationstheoretische Überlegungen – ein Herzstück seiner Philosophie – im Internet eine geniale Verwirklichung gefunden haben. Ähnlich wie der Wettbewerb der Anbieter am Markt zu einem Entdeckungsverfahren führt, bietet auch das Internet die Möglichkeit, Informationen zu sammeln, zu verknüpfen und in neue Bezüge zu stellen. Es ist gelebte spontane Ordnung.

Herzinger schaute allerdings weniger auf die inhaltliche Aussage als vielmehr auf das Bild. Und so stellte er bereits nach dem Vortrag die Frage, ob denn die Fixierung auf Vordenker wie Hayek nicht eine gewisse Ähnlichkeit aufweise zur Ikonisierung, die Theoretikern wie  Karl Marx in linken Kreisen zuteilwürden. In seinem Artikel klingt das so: „Dass an die Wand über dem Podium das Porträt Hayeks projiziert wurde, zeigt, dass dieser Denker bei den liberalen Freigeistern einen ähnlichen Stellenwert als letztgültige Wahrheitsinstanz hat wie bei den Linken Karl Marx.” Der Verfasser bemühte sich bereits am Donnerstag abend, Herrn Herzinger zu verstehen zu geben, dass dieser Vergleich komplett danebenliegt. Herzinger blieb aber lieber bei seiner Pointe. Sie war so schön klischeehaft. Das Bild war einfach zu bestechend: Der erfahrene, abgeklärte Journalist auf der einen Seite. Ein Mann der Praxis und der Bodenständigkeit mit einem geschulten kritischen Auge. Auf der anderen Seite die überschwänglichen (oder wie er es formuliert: „berauschten“) jungen Idealisten. Leute, die sich in ihrem Elfenbeinturm selbst genügen und die Welt draußen aus dem Blick verloren haben.

Diese verzerrte Darstellung möchte der Verfasser gerne richtigstellen.

Weiterlesen auf antibuerokratieteam …

Das Wichtigste ist: Die Freiheit des Menschen

Interview mit der Internetzeitung „Freie Welt“

FreieWelt.net: Katholizismus und Liberalismus gelten in Deutschland vielen als gegensätzliche weltanschauliche Grundhaltungen. Gegenseitige Schmähungen („Herz-Jesu-Marxist“, „Manchester-Kapitalist“) sind auch heute noch an der Tagesordnung. Derzeit sind mancherorts Bemühungen zu beobachten, die historisch überkommenen Gegensätze abzubauen oder sogar zu überwinden. Warum gerade jetzt? Gibt es einen besonderen Anlaß?

Clemens Schneider: Schon seit längerem kann man eine Absetzbewegung vom radikalen Laizismus in liberalen Kreisen bemerken. Die FDP zum Beispiel hat sich von ihren fast schon kirchenfeindlichen Äußerungen vor dreißig, vierzig Jahren distanziert, und gerade die junge Generation ist wieder wesentlich wohlwollender gegenüber Kirche und Religion eingestellt. Die Gruppe „Christen in der FDP-Fraktion“ umfasst inzwischen ein Drittel der Abgeordneten und ist somit die größte Gruppe innerhalb der Fraktion. Und der Parteivorsitzende Philipp Rösler sitzt sogar im Zentralkomitee Deutscher Katholiken.
Gleichzeitig öffnet sich gerade die katholische Kirche immer mehr der Idee, dass Marktwirtschaft die dem Menschen am meisten angemessene Wirtschaftsform ist. Vor allem Papst Johannes Paul II. hat da durchaus massive Akzente gesetzt, etwa mit seiner Sozialenzyklika „Centesimus Annus“ von 1991. Dort heißt es zum Beispiel: „Sowohl auf der nationalen Ebene der einzelnen Nationen wie auch auf jener der internationalen Beziehungen scheint der freie Markt das wirksamste Instrument für den Einsatz der Ressourcen und für die beste Befriedigung der Bedürfnisse zu sein.“ Leider sind die evangelischen Kirchen in Deutschland immer noch auf einem zum Teil dezidiert linken Kurs. Das liegt natürlich auch an ihrer traditionell stärkeren Nähe zum Establishment in Politik und Medien.

Weiterlesen auf Die Freie Welt …

„Bunte Republik“ Europa

Die abendländische – mithin die europäische – Geistesgeschichte ist vor allem von einer Konstante geprägt: der Entwicklung des Individualismus. Das beginnt bei der Entdeckung der Eigenverantwortlichkeit durch die Dichter und Denker des alten Griechenland. Das Christentum mit seiner Idee eines ganz persönlichen Verhältnisses des Menschen zu seinem Gott hat diese Vorstellung entscheidend verfeinert. Gewichtige Philosophen haben im Laufe der Jahrhunderte diese Idee dann immer weiter entwickelt: Scholastiker, Renaissance und Aufklärung bis hin in unsere Tage. Gleichzeitig mit der zunehmenden Wertschätzung des Individuums lernte man folgerichtig auch immer mehr den Wert von Vielfalt zu schätzen. Das 19. Jahrhundert hatte eine geistig reaktionäre Gegenbewegung hervorgebracht, die unter wechselnden Vorzeichen – Nationalismus oder Sozialismus – eine Wiederherstellung des Kollektivs zu erreichen versuchte, um die versprengten Individuen wieder einzufangen. Zum Glück haben sich diese Kollektivismen nie ganz und nachhaltig durchsetzen können. Heute haben wir in Europa wirklich vielfältige Gesellschaftsformen. Die wenigsten Menschen wünschen sich zurück in eine Zeit, in der unterschiedliche Herkünfte, Identitäten und Lebensentwürfe nicht geduldet wurden. Alt-Bundespräsident Christian Wulff traf durchaus das Lebensgefühl einer großen Mehrheit unserer Gesellschaft, als er die „bunte Republik“ Deutschland lobte. Die vielfältigen Möglichkeiten, heutzutage in anderen Ländern und Regionen dieser Welt zu reisen, zu studieren und zu arbeiten, beschleunigen diese Entwicklung ebenso wie das rasante Zusammenwachsen der Welt mithilfe des Internets.