Liberalismus ist eine Haltung

Politik bietet gerne Lösungen an. In unserem demokratischen System sind Lösungen das Kapital, mit dem Politiker arbeiten, um sich ihre Wahl zu sichern. Deshalb ist das Nachdenken über politische Fragen meist geprägt von der Suche nach Lösungen. Anders als Konservative und Sozialisten haben Liberale aber keine konkreten Lösungen zu bieten.

Das erschwert das Verhältnis zwischen Politik und Liberalismus nachhaltig. Der Liberalismus kann die vom politischen Geschäft an ihn gerichteten Erwartungen nicht erfüllen, ohne sich selbst aufzugeben. Das zeigt besonders deutlich die Geschichte der FDP. Aber hier soll es nicht um die FDP gehen, sondern um den Liberalismus.
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Vordenker der Freiheit

Meinung statt Meinstream: Frank Schäffler schickt sich an mit einer liberalen Ideenschmiede die deutsche Think-Tank-Szene aufzumischen. Sein Mitstreiter Clemens Schneider erklärt, was es mit dem Prometheus-Institut auf sich hat.

Clemens, letzte Woche haben Frank Schäffler, Thomas Mayer und Du die liberale Szene mit der Gründung von “Prometheus” überrascht, einer dezidiert liberalen Denkfabrik. Erzähle doch mal ein bisschen über die Hintergründe. Warum jetzt? Was hat Euch inspiriert? Und natürlich: Warum der Namen “Prometheus”?

Wirtschaftlich wird der Bürger in unserem Land durch Steuern und Regulierungen stranguliert. In seiner Persönlichkeitsentfaltung wird er drangsaliert durch einen Nanny-State, der ihn gängelt und überwacht. Eine Stimme, die sich wirkungsvoll dafür einsetzt, den Menschen wieder etwas zuzutrauen, ist aber weit und breit nicht zu vernehmen. Frank Schäffler, ein paar Freunde und ich haben diese drängende Notwendigkeit gesehen und beschlossen, darauf zu reagieren.

Gleichzeitig gibt es in Deutschland eine wachsende Zahl an vielversprechenden und beeindruckenden jungen Menschen, die ihr Leben wieder in die eigene Hand nehmen wollen. Das kann man zum Beispiel bei den Students for Liberty beobachten. Dort sammeln sich sehr begabte junge Menschen. Wir sehen da ein großes Potential für eine breite gesellschaftliche Bewegung. An diesem sozialen Wandel wollen wir aktiv und federführend mitwirken. Dabei werden wir inspiriert von Think Tanks in anderen Teilen der Welt, wie zum Beispiel dem Institute of Economic Affairs in Großbritannien, dem Cato Institute in den USA oder dem Lithuanian Free Market Institute in Litauen.

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Zivilgesellschaft: der Weg aus der Unmündigkeit

Politiker und Behörden scheitern regelmäßig. Der Berliner Flughafen oder die Elbphilharmonie stehen dafür beispielhaft. Dabei gibt es sehr viele Aufgaben, die Menschen vor Ort in Eigenverantwortung viel effizienter, kostengünstiger und verständiger meistern können. Denn vor Ort wissen die Menschen meist viel besser, was richtig und nötig ist. Wir brauchen in Deutschland und Europa eine neue Kultur der Zivilgesellschaft. Wie das geht, kann man zum Beispiel in Berlin beobachten.

In Berlin läuft es …

Zum neuen Schuljahr eröffnet im Berliner Bezirk Wedding eine Privatschule: Quinoa. Zielgruppe sind aber mitnichten die Kinder wohlhabender Eltern, sondern die Kinder, die häufig durch das Netz fallen: Die Kinder von Migranten und Hartz-IV-Empfängern. Innerhalb kurzer Zeit ist dieses Projekt beeindruckend gestartet und hat gezeigt, dass man weder Politiker braucht, die etwas anstoßen, noch Behörden, die etwas organisieren.

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„Der Club der toten Dichter“ ist und bleibt lebendig

Der Club der toten Dichter“ ist ein Film über das Menschsein. Die Schüler des Lehrers John Keating sind Identifikationsfiguren für Generationen von jungen Menschen geworden. Liebe, Freundschaft, Freiheit: es sind die zentralen Fragen unseres Lebens, mit denen sie ringen. Die Rolle des John Keating machte den am Montag aus dem Leben geschiedenen Robin Williams unsterblich. Der „Captain“ ruft auch weiterhin vom Zelluloid herab: „Carpe Diem – macht Euer Leben zu etwas Besonderem!“

Respekt vor dem Menschen

Williams gab dem jungen Lehrer, der seine Schüler aus dem Käfig einer erstarrten Traditionsschule und einseitiger Leistungsbesessenheit befreien wollte, eine bezaubernde Wärme. Dieser Lehrer wird zu einer Autorität gerade weil er auf Autoritätsgehabe und -ansprüche verzichtet. Anders als seine Kollegen oder die Eltern der Schüler nimmt er die jungen Menschen ernst. Er ist nicht einer jener Menschen, die immer genau wissen, was besser für andere ist. Er hat Respekt vor ihnen.

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Drogenpolitik – gute Absichten mit schlechten Folgen

Die Drogenpolitik der Bundesregierung ist inkonsistent, teuer und nicht zielführend. Anstatt tatsächlich Suchtbetroffenen zu helfen werden irrationale Ängste bedient. Die angewandten Strategien sind längst überholt. Drogenpolitik ist ein Politikfeld, anhand dessen man fast idealtypisch sehen kann, wie staatliche Intervention selbst mit den besten Absichten oft schlimmste Folgen hervorruft.

Stellen wir uns einmal vor, beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten würden anstatt Wein und Champagner Joints herumgereicht. Gemütlich stehen die Kanzlerin, Verdi-Chef Franz Bsirske, Bildungsministerin Wanka und der ungarische Botschafter beisammen und teilen sich eine Marihuana-Zigarette. Absurd? Keineswegs! Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2007 zeigt auf, dass Alkohol substantiell gefährlicher ist als Cannabis, schneller abhängig macht und sowohl in physischer als auch in sozialer Hinsicht erheblich schlimmere Folgen zeitigt.

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