Eine Utopie? Warum es sich lohnt, für Geldwettbewerb einzutreten

Es gibt in Deutschland einen breiten Konsens darüber, dass die Privatisierungen der letzten Jahrzehnte insgesamt eine segensreiche Entwicklung waren. Zahlte man früher schon für innerdeutsche Festnetzgespräche saftige Preise, so unterbieten sich inzwischen die Anbieter auf dem Telekommunikationsmarkt mit Flat-Rate-Angeboten. Konnte man früher gut und gerne mal eine Woche auf die Zustellung eines Pakets warten, sieht man heute den ganzen Tag über die Zusteller von DHL, UPS, Hermes durch die Städte flitzen. Der Staat ist einfach nicht der bessere Unternehmer. Das bestreiten heute selbst viele Grüne oder Sozialdemokraten nicht mehr. Wettbewerb, so sind die meisten überzeugt, tut uns gut – vor allem uns Verbrauchern.

Und doch passiert es oft, dass man, wenn man für Wettbewerb plädiert, nur ungläubiges bis entsetztes Kopfschütteln erntet. Denn ein Bereich des Marktes scheint der Logik nicht zu unterliegen, dass private Anbieter ein besseres, effizienteres und verlässlicheres Angebot garantieren können als der Staat: der Bereich des Geldes.Weiterlesen »

Geldkönig

Im letzten Jahr hielt Bundesbankpräsident Jens Weidmann eine sehr bemerkenswerte Rede über Goethe und das Geld. Dort sagte unter anderem: „In der Tat dürfte der Umstand, dass Notenbanken quasi aus dem Nichts Geld schaffen können, vielen Beobachtern als etwas Überraschendes, Seltsames, vielleicht sogar Mystisches, Traumhaftes – oder auch Alptraumhaftes – vorkommen. […] Schaut man in der Historie zurück, so wurden staatliche Notenbanken früher oft gerade deshalb geschaffen, um den Regenten möglichst freien Zugriff auf scheinbar unbegrenzte Finanzmittel zu geben.“
Diese Rede hat nicht nur Liberale erfreut, sondern auch die Goethe-Forscher aufhorchen lassen. War der Geheimrat etwa staatskritischer als bisher angenommen? Hatte der Bundesbankpräsident die Tür zu einem neuen Kapitel in der Goethe-Forschung aufgestoßen? Eifrig durchstöberten die Wissenschaftler das Goethe-Archiv in Weimar – auf der fieberhaften Suche nach Texten, die Weidmanns Argumentation bestätigen oder widerlegen könnten. Im Zug dieser Recherchen tauchte auch eine frühere Version des berühmten Gedichtes „Erlkönig“ auf, das die Interpretation des Frankfurter Währungshüters zu bestätigen scheint.
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Wieviel Staat braucht das Geld?

„End the FED“ – „Schließt die Zentralbank“, so ertönte der Ruf bei den „Occupy Wall Street“-Demonstrationen im letzten Jahr. „End the FED“, so ruft seit vielen Jahren der US-Abgeordnete Ron Paul. „Das Zentralbanken-Monopol muss fallen!“ hört man seit einiger Zeit zunehmend auch hierzulande.

Was ist überhaupt das Zentralbanken-Monopol? Im Bundesbankgesetz steht:

„Die Deutsche Bundesbank hat unbeschadet des Artikels 128 Absatz 1 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union das ausschließliche Recht, Banknoten im Geltungsbereich dieses Gesetzes auszugeben. Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.“ (§ 14 Absatz 1)

Mit anderen Worten: Es ist in Deutschland, wie auch in allen anderen Staaten der Welt, einzig und allein den staatlichen Zentralbanken gestattet, Geld zu drucken und in den Geldkreislauf einzuspeisen. Und jeder, der sich in dem Staat aufhält, ist verpflichtet, Transaktionen in dieser Währung durchzuführen.

Dieses staatliche Monopol auf die Geldausgabe ist ein uraltes Privileg der Herrscher. Wie wichtig ihnen dieses Privileg war und ist, kann man daran erkennen, dass auf den Münzen und später auch auf den Scheinen sehr häufig Porträts des jeweiligen Herrschers oder seiner Vorgänger abgebildet sind.

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