Was Attac mit dem Manchesterliberalismus verbindet

Ein Pazifist auf einsamem Posten. Europa liegt im Kriegsfieber. Der Imperialismus nimmt gerade richtig Fahrt auf. Die europäischen Staaten sind damit beschäftigt, Kolonien unter einander aufzuteilen, und gleichzeitig nach Gründen Ausschau zu halten, um sich gegenseitig an die Kehle zu gehen. In dieser Atmosphäre verliert einer der angesehensten Männer seiner Zeit – Richard Cobden – sehenden Auges seine ganze Beliebtheit, weil er sich für Abrüstung und eine Kultur der Gewaltlosigkeit einsetzt. Wenige Jahre zuvor hatten ihm in Großbritannien die Massen zugejubelt, war er in ganz Europa zu Vorträgen unterwegs gewesen. Jetzt plötzlich spottet das ganze Land über ihn. Oder hetzt.

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Das Abitur bestimmt nicht den Wert eines Menschen

Die Debatten um Bildung werden oft sehr einseitig geführt: es geht in aller Regel um mehr höhere Bildung. Man könnte bisweilen den Eindruck gewinnen, dass das Wohl der Kinder und Jugendlichen weniger im Fokus steht als die Durchsetzung der eigenen gesellschaftlichen Vorstellungen.

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Warum die Erbschaftssteuer abgeschafft gehört

Die Erbschafts- und Schenkungssteuer sind uralte Instrumente der Staatsfinanzierung. Dabei sind sie gleichzeitig ein ziemlich absurdes Mittel, um Fürsorge und Solidarität zu erschweren. Wenn es Menschen stets mehr interessiert, inwiefern es dem Mitbürger besser geht als einem selbst, ist klar, dass die Perspektive nicht hinausgeht über die Feststellung: „Ererbtes Vermögen ist nicht verdient“. Es lohnt sich allerdings, einmal die Perspektive des Erblassers oder Schenkenden einzunehmen.

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Putin und Nemzow: Für eine andere Idee von Russland

Welche Rolle auch immer Wladimir Putin im Fall des ermordeten Oppositionellen Boris Nemzow gespielt hat, eines steht zweifellos fest: Seine Politik in den vergangenen 15 Jahren hat wesentlich dazu beigetragen, dass in Russland ein Klima der Gewalt und Brutalität entstehen konnte. Dahinter steckt ein eiskalter Machtwille des Präsidenten. Die Interessen Russlands oder des russischen Volkes verfolgen er und seine Gefährten jedenfalls nicht.

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Lassen Sie mich durch, ich bin Politiker!

Klassische Szene aus einer Vorabendserie im ZDF: Die verwitwete junge Gräfin ist auf dem Deck des Kreuzfahrtschiffs bewusstlos zusammengebrochen. Der braungebrannte junge Doktor bahnt sich den Weg mit den Worten „Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt!“ Die Nummer funktioniert immer. Warum?

Weil wir uns in einer Notsituation befinden, in der ein Experte gebraucht wird. Durch seinen Satz weist der Arzt sich als Experte aus. Auch Politiker verhalten sich so. Sobald eine (vermeintlich) bedrohliche Situation auftaucht, sind sie zur Stelle. Der Haken an der Sache ist: Sie sind in der Regel nicht daran interessiert, die Situation tatsächlich zu lösen – oder sie sind gar keine Experten und verfügen nicht über das dazu nötige Wissen.

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Political Correctness: Eine Frage des Respekts

Beim Thema „Political Correctness“ neigen Gegner wie Befürworter dazu, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Um zu vermeiden, dass überall nasse Kinder herumliegen, sollte man ein wenig Begriffsklärung betreiben und die Hysterie aus der Debatte nehmen. Denn eigentlich geht es um eine Kultur des Anstands und des Respekts.

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Freihandel ist Fair Trade

Ich kaufe gerne mal die Obdachlosenzeitung. Das erscheint mir prinzipiell ein sehr sinnvolles Projekt. Als ich die Dezember-Ausgabe des „strassenfeger“ aufschlug, fiel mir eine Überschrift ins Auge: „Freihandels-Nostalgie?! – Oder wie eine Idee des 19. Jahrhunderts unsere modernen europäischen Demokratien bedroht und warum wir das nicht wollen“.

Leider geht es in dem Artikel selbst dann nur um das Investitionsschutzabkommen. Mich hätte vielmehr interessiert, wie die Autorin „Julia“ die „Freihandels-Nostalgie“ definiert. Im Zuge der Proteste gegen TTIP ist Freihandel zu einem Schreckenswort geworden. Als bekennender Freihandels-Nostalgiker finde ich das verstörend …

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