Wider die grassierende Staatsverdrossenheit!

Die FDP ist nicht mehr im Bundestag vertreten. Großkoalitionäre Ausgabenphantasien purzeln täglich über Deutschland herein. Man könnte meinen, die Zeiten stünden glänzend für diejenigen, die dem Staat noch mehr Spielraum einräumen wollen.

Doch das sieht offenbar nicht jeder so. In alarmistischen Tönen warnen jetzt einige Staatsdiener vor „Staatsverdrossenheit“. Das Wohl unseres Landes sehen sie „aufgrund von Sparrunden, Privatisierungswellen und Reformaktionismus in akuter Gefahr.“ Klaus Dauderstädt, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes, weiß, warum es Deutschland so gut geht und möchte diesen Zustand erhalten: „Wir brauchen umgehend eine Kurskorrektur, wenn Deutschlands öffentlicher Dienst auch in Zukunft dafür sorgen soll, dass dieses Land an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr funktioniert“. Deswegen wurde vor kurzem eine Staatsallianz geschlossen.

Bald wird der deutsche Michel wieder beruhigt schlafen können, wenn die Staatsallianz das Ruder mit Macht herumgeworfen hat und den Reformaktionismus der überwältigenden neoliberalen Mehrheit in der deutschen Politik einen Riegel vorgeschoben hat.

Erschienen auf antibuerokratieteam.

Liberalismus und christlicher Glaube – Ein Widerspruch?

Auf Einladung der Liberalen Hochschulgruppe Mannheim hielt der Autor dieses Blogs am 15. November 2013 einen Vortrag zum Thema „Liberalismus und Christlicher Glaube – Ein Widerspruch?“

 

Bericht auf radioaktiv.

Weitere Artikel zum Thema:

Das Wichtigste ist: Die Freiheit des Menschen

Lord Acton: Vermittler zwischen Liberalismus und Christentum

Sie haben Post, Herr Löning!

Sehr geehrter Herr Löning,

Es geht zurzeit heiß her in der FDP. Das merkt man bisweilen auch an der Wortwahl. Von Genschers und Baums ereiferten Meldungen aus dem Off bis hin zu veritablen Verbalscharmützeln beim Stammtisch eines Ortsverbandes. Das Klima ist von Angst bestimmt. Da hört man zum Beispiel von prominenten Mandatsträgern, sie würden aus der Partei austreten, wenn ein bestimmter Flügel sich durchsetzt. Und dann tritt mit Ihnen auch noch der Menschenrechtsbeauftragte auf den Plan.

Herr Löning, Sie versehen eine wichtige und ehrenvolle Aufgabe. Sie weisen Politik und Öffentlichkeit darauf hin, wo in unserer Welt Unterdrückung, Unfreiheit und Verfolgung herrschen. Sie erfüllen diese Aufgabe gewissenhaft. Dafür gilt Ihnen Anerkennung und Dank. Sie erinnern sich sicher noch an die vom Verfasser mitorganisierte Menschenrechtskonferenz der Naumann-Stiftung, an der Sie ja auch teilgenommen haben … Das war toll!

Doch dann liest man plötzlich in einem Kommentar auf facebook, dass Sie zu Frank Schäfflers „libertären Jungs“, wie sie ganz unpolemisch formulieren, folgendermaßen Stellung beziehen: „ich kann mit diesen intoleranten, nationalistische-vermufften Typen nichts anfangen und teile auch wenig mit ihnen. weiß auch nicht, was an denen liberal seun soll? homophob, tendenziell ausländerfeindlich, deutsch-national … you name it“.

Ist Ihnen da ein Malheur passiert und sie wollten eigentlich einen Post über die Liberal-Demokratische Partei von Schirinowski in Russland kommentieren?

Für den Fall, dass Sie tatsächlich so über Schäffler und „seine Jungs“ denken, hier ein paar aufklärende Hinweise für Sie:

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Liberaler Aufbruch im Internet

Am Donnerstag, den 10. Oktober 2013, fand eine Abendveranstaltung der Wert der Freiheit gGmbH statt zum Thema „Liberaler Aufbruch im Internet“. Der Autor dieses Blogs hat in diesem Rahmen einen Vortrag gehalten:

Die Powerpoint-Präsentation läßt sich hier aufrufen.

Auf dem Blog Pixelökonom wurde eine Bewertung der Veranstaltung eingestellt.

Der Journalist Richard Herzinger von der Zeitung „Die Welt“ hat auch über die Veranstaltung berichtet. Der Autor dieses Blogs hat dazu eine Replik geschrieben.

Weitere Anmerkungen zu dem Thema von den Podiumsteilnehmern finden sich hier:Weiterlesen »

Chapeau, eine Pointe!

In der „Welt“ berichtete der Journalist Richard Herzinger kürzlich von einer Veranstaltung des think tanks Wert der Freiheit zum Thema „Liberaler Aufbruch im Internet“. Dabei geht er gleich zu Beginn des Artikels auf eine Powerpoint-Folie ein, die der Verfasser am Ende seines Vortrags an die Wand projizierte. Zu sehen ist Friedrich August von Hayek sowie ein Zitat aus seinem Aufsatz „The Use of Knowledge in Society“: „Wir müssen zeigen, wie eine Lösung durch das Zusammenwirken von Menschen hervorgebracht wird, von denen jeder nur Teilkenntnisse besitzt.“ Dieses Zitat sollte verdeutlichen, dass Hayeks informationstheoretische Überlegungen – ein Herzstück seiner Philosophie – im Internet eine geniale Verwirklichung gefunden haben. Ähnlich wie der Wettbewerb der Anbieter am Markt zu einem Entdeckungsverfahren führt, bietet auch das Internet die Möglichkeit, Informationen zu sammeln, zu verknüpfen und in neue Bezüge zu stellen. Es ist gelebte spontane Ordnung.

Herzinger schaute allerdings weniger auf die inhaltliche Aussage als vielmehr auf das Bild. Und so stellte er bereits nach dem Vortrag die Frage, ob denn die Fixierung auf Vordenker wie Hayek nicht eine gewisse Ähnlichkeit aufweise zur Ikonisierung, die Theoretikern wie  Karl Marx in linken Kreisen zuteilwürden. In seinem Artikel klingt das so: „Dass an die Wand über dem Podium das Porträt Hayeks projiziert wurde, zeigt, dass dieser Denker bei den liberalen Freigeistern einen ähnlichen Stellenwert als letztgültige Wahrheitsinstanz hat wie bei den Linken Karl Marx.” Der Verfasser bemühte sich bereits am Donnerstag abend, Herrn Herzinger zu verstehen zu geben, dass dieser Vergleich komplett danebenliegt. Herzinger blieb aber lieber bei seiner Pointe. Sie war so schön klischeehaft. Das Bild war einfach zu bestechend: Der erfahrene, abgeklärte Journalist auf der einen Seite. Ein Mann der Praxis und der Bodenständigkeit mit einem geschulten kritischen Auge. Auf der anderen Seite die überschwänglichen (oder wie er es formuliert: „berauschten“) jungen Idealisten. Leute, die sich in ihrem Elfenbeinturm selbst genügen und die Welt draußen aus dem Blick verloren haben.

Diese verzerrte Darstellung möchte der Verfasser gerne richtigstellen.

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