Große Kompetenz

Die Personalentscheidungen der Großen Koalition sprechen eine deutliche Sprache: Hier sollen nur diejenigen ans Ruder kommen, die wirklich was von ihrem Fach verstehen. Man denke nur an Ursula von der Leyen, die ihre langjährigen Erfahrungen im Bereich der Familien- und Sozialpolitik nunmehr der Bundeswehr zugutekommen lässt. Oder der geniale Schachzug, mit Jörg Asmussen jemanden mit der Organisation der Rentenbescherungsorgie zu betreuen, der genau diese Ideen vor wenigen Monaten noch aufs Schärfste abgelehnt hatte.

Nun ist der Großen Koalition ein neuer Coup gelungen während sie die letzten Pöstchen verteilt … ich meine natürlich: Ämter besetzt. Das Land hat eine neue Drogenbeauftragte.

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Hat da jemand Gleichschaltung gesagt?

Als vor gut zwanzig Jahren beschlossen wurde, dass Berlin Regierungssitz des wiedervereinigten Deutschland sein sollte, kam die Rede von der „Berliner Republik“ auf. Symbol dieses „neuen“ Deutschlands sind die beiden Gebäude, die exemplarisch für die Legislative (Reichstag) und die Exekutive (Bundeskanzleramt) stehen. Wenn man sich die entsprechenden Gebäude in der ersten demokratisch verfassten Republik der Neuzeit, den Vereinigten Staaten, ansieht, dann fällt beim Blick auf die Architektur sofort etwas auf: Das Kapitol in Washington ist ein wuchtiger Bau, der die ganze Hauptstadt beherrscht und dem im erheblich kleineren Weißen Haus sitzenden Präsidenten anschaulich vor Augen führt, wer der Souverän ist, nämlich das in seinen Abgeordneten repräsentierte amerikanische Volk. Das entsprechende Konzept in Berlin vermittelt einen ganz anderen Eindruck: Das Kanzleramt erweckt den Anschein, gleich groß zu sein wie der Reichstag, es liegt ihm fast unmittelbar gegenüber und bildet somit einen gleichberechtigten Gegenpol zum Parlament. Das entspricht einer guten alten Tradition in unserem Land: Die Gesellschaftsstruktur und Lebensweise der alten Germanen machte eine starke Position des Stammesführers unumgänglich, wenn nicht gar überlebenswichtig. Leider haben wir uns, anders etwa als die Engländer, immer noch nicht wirklich von dieser Gesellschaftskonstruktion getrennt …

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Norbert Barthle – Der Chuck Norris der Rhetorik

Es gibt ja bekanntlich solche Lehrer … und solche. Die besseren ihrer Zunft investieren ihre ganze Zeit und Energie in das Vermitteln von und Begeistern für Wissen. Die weniger begabten, denen es an Können oder schlichtweg am pädagogischen Eros fehlt, landen dann zum Beispiel als Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg und ziehen dann irgendwann in den Bundestag ein.

Man würde meinen, dass jemand, der Germanistik, Sportwissenschaft und Philosophie auf Lehramt studiert hat, wenn es ihn schon in den Bundestag verschlägt, dort vielleicht im Bildungs-, Kultur- oder Sportausschuss seine Expertise zur Verfügung stellt. Weit gefehlt! Angesichts des eklatanten Mangels an volkswirtschaftlichem Sachverstand im Bundestag (von insgesamt 620 Abgeordneten sind 33 Volkswirte und weitere 60 haben ein anderes wirtschaftswissenschaftliches Fach studiert), scheint es geboten, den Deutsch- und Sport-Lehrer zum haushaltspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion zu befördern.

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